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Am 25. August 2018 durfte ich zusammen mit meinen Sponsoren und Unterstützer ein fröhliches Jahresfest in der Bäsewirtschaft Roos, in Seengen feiern. Obwohl das Wetter gerade zu diesem Wochenende einen Temperatursturz provoziert hat und es regnete, so konnte es doch die gute Laune nicht vertreiben.

25th of august I could celebrate the year's party together with my sponsors and supporters at Bäsewirtschaft Roos in Seengen. The weather has produced a all in temperature and it rained, but also this good not banish the good mood.

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  1. März 2018

Dünen hp 1Nach einer weiteren erholsamen Nacht, ging es meinem Arm besser, so dass ich an einen Start zum Dünenrace denken konnte. Es ging in einem grossen Rechteck um und in den Erg Chebi. Der Start ausserhalb von Merzouga begann direkt vor den hohen Dünen. Es galt die Dünen zu queren, um auf der anderen Seite auf eine Sandstrasse zu treffen und  das möglichst an der Stelle, die im Roadbook verzeichnet war. Bei dieser Etappe gab es scheinbar nicht viel zu navigieren, denn wir konnten uns auf dem GPS die Richtung anzeigen lassen und so zusammen mit dem digitalen Kompass den Weg durch die Dünen suchen.

dünen hp 3Gleich nach dem Start gab es schon viele Spuren. Gleichzeitig mit der Tuareg Rallye waren auch noch andere Rallye-Veranstaltungen gestartet. Auf die Spuren konnte ich mich nicht verlassen. Der Sand in den Dünen ist sehr weich und verwischt die Fahrspur sehr schnell, so dass man nicht erkennen kann, ob die Spur im Sand frisch ist oder schon ein paar Tage alt. Wie immer habe ich nach dem Start den Einstieg in die Etappe nicht sofort gefunden, habe eine Ehrenrunde gedreht und dann die Richtung aufgenommen.

Wenn man das Gelände nicht kennt, ist es eine spannende Sache die Dünen zu studieren. Beim Hochfahren auf die Sandberge muss man immer darauf achten, ob die Kuppe rund ist, oder die Gegenseite steil herunterfällt. Weil man die Dünen ja mit einer gewissen Geschwindigkeit anfahren muss, ist die Kunst das Tempo genau im richtigen Moment herauszunehmen, so dass man den Dünenkamm optimal erreicht.

So schlängelt man sich durch eine eigenartige Landschaft und versucht die vorgegebene Richtung einzuhalten. Ich wusste, dass ich mich auf keinen Fall eingraben darf, denn ich war alleine unterwegs.

Natürlich hat mich ein tückischer Sandhaufen erwischt und da stand ich also neben meinem Quad und habe erstmal ordentlich in mich hineingeschimpft. Nun galt es Ruhe zu bewahren und erstmal zu verschnaufen. In dem Moment sah ich nicht weit von mir weg, wie ein Kamelkopf hinter einem Dünenkamm zum Vorschein kam. Dann noch einer und noch einer … Ein Tuareg war mit seinen Kamelen unterwegs. Die Rettung nahte. Schnell half er mir, den Quad wieder frei zu kriegen und die Fahrt ging weiter. Glück gehabt!

Bei der weiteren Fahrt bemerkte ich die kleinen kreisrund gemauerten Brunnen der Tuaregs. Sie waren wie auf einer Linie aufgereiht. Erstaunlich dachte ich mir, wie das Wüstenvolk über Jahrtausende in dieser unwirtlichen Gegend alles herausgefunden hat. Auch Kamelspuren fand ich. Kamele wissen, wo sie ihre Füsse hinsetzen müssen und wenn es ging, fuhr ich in den Kamelspuren, wo der Sand etwas fester war.

Hochkonzentriert nahm ich wieder einen Dünenkamm in Angriff, als mir mein Petit Frère unter dem Hintern wegrutsche und sich eingrub. Ich stieg ab, kletterte die wenigen Meter bis zum Dünenkamm rauf und sah, dass ich keine 500 m Luftlinie von der Sandstrasse entfernt war, die es zu erreichen galt. Das konnte doch nicht sein! All meine Versuche, das Quad frei zu bekommen, scheiterten. Also, würde ich wohl als Mumie im nächsten Jahrhundert hier gefunden werden. Ich war sauer und setzte mich in den Sand. Die absolute Ruhe, die in der Wüste herrscht erschreckt einen oder beruhigt. Wenn man den Helm auszieht, hat man als einziges Geräusch das Säuseln des Windes. Ich hatte ja nun Zeit und staunte über die Farbe der Dünen, trank ab und zu einen Schluck Wasser.

Und wenn man denkt, dass nun hier Schluss und Ende der Rallye ist, dann passieren manchmal komische Sachen. Ich hätte ja nicht gedacht, dass nochmals Kamele und ein Tuareg mir helfen werden. Zudem war im Sattel der Kamele noch ein französisches Pärchen. So viel Glück hat man selten!

rückweg hp 2Ich erreichte also die Sandstrasse und auch den Checkpoint, habe aber auf dem Weg dorthin ein paar Tatsachen analysieren müssen. Es war mir klar, dass es für mich sinnlos ist, nochmals zu versuchen den Erg Chebi zu queren und immer darauf zu hoffen, dass mir Leute über den Weg laufen, die mir helfen werden, mich auszugraben. Trotz allem Willen, wäre das eine unvernünftige Sache, mich nochmals in die Dünen zu begeben. Die Navigation ist für mich wirklich kein Problem, diese Prüfung hatte ich hervorragend bestanden.

Ich brach diese Etappe am Checkpoint ab und begab mich in einem grossen Bogen zurück ins Dorf Merzouga.

  1. März 2018

rückweg hp 1Die heutige Etappe führte uns zurück ins Desert Camp, wo wir am ersten Tag der Rallye bereits übernachtet hatten. Ich hatte mir für die letzten beiden Tage eine Taktik zu Recht gelegt, wie ich die Rallye auf jeden Fall beenden konnte. Inzwischen waren die Ausfälle sehr gross. Nun galt es das Ziel zu erreichen, um wenigstens unter den Finisher aufgelistet zu werden. Nach meiner Verletzung waren mir die Grenzen meiner Fähigkeiten mehr als klar, so dass ich mich dazu entschied, nur die Teile der Etappen zu fahren, die ich bewältigen konnte. Klar, es gab eine Unmenge von Strafzeiten, aber auf die kam es jetzt nicht mehr an. Und ich wollte die letzten beiden Tage noch so richtig geniessen.

dünen hp 2Im Desert Camp gab es dann ein spezielles Abendessen. Es war ein grosses Team unterwegs, Energia e sorrisi, ein italienisches Rallyeteam, welches auch noch Hilfsgüter und Spenden im Gepäck hatte. Jeden Abend wurde in dieser Gruppe gekocht, wie man es nur aus Italien kennt. Pasta, Fleisch, Gemüsse, Dessert und Kaffee.

pasta 1Zum Abendessen wurden dort jeweils mehr als 50 Personen verpflegt. Mit dabei war ein kleines Mädchen. Als sie hörte, dass ich aus der Schweiz komme, hat es mich nach Schokolade gefragt. Ich hatte nur Ovo-Riegel dabei, aber das galt auch. Als Gegengeschenk wurden Bruno und ich zum Abendessen eingeladen. Das war super! Pasta und Braten mit Spinat! Wir haben uns die Bäuche vollgeschlagen und haben uns richtig gut amüsiert.

 

10. März 2018

finish hp 1Der letzte Rallye-Tag stand auf dem Programm. Zurück nach Midelt. Als ich das Roadbook studiert habe, fiel mir auf, dass wir wieder gleiche Strecken befahren würden, wie am ersten Tag. Es ging wieder über einen Pass, vorbei an Minen. Der Renndirektor hat mich aber darauf hingewiesen, dass er mich nicht über diesen Teil der Strecke starten lassen würde, weil es der Organisation am letzten Tag nicht möglich sein würde, mich bei einem Problem aus diesem Gelände zu holen. Und die Belastung für meinen havarierten Arm wäre eindeutig zu gross. Wenn ich das Ziel erreichen würde, wäre ich so oder so unter den Finisher.

rückweg hp 3Bei der Ankunft in Midelt war ich natürlich mit meinen Abkürzungen viel schneller als die anderen Teilnehmer. So konnten Bruno und ich schon unsere Sachen packen. Wir wussten, dass wir um spätestens 02.00 h abfahren müssen, um den Flughafen in Fez rechtzeitig im Morgengrauen zu erreichen. Und die Fahrzeit dorthin betrug mindestens 3 Stunden.

finish hp 2Es gab nochmals ein gemeinsames Abendessen, die Preisübergabe und das grosse Aufwiedersehensagen. In den 20 Jahren, in denen die Tuareg-Rallye organisiert wird, hat noch nie eine Frau mit einem Quad daran teilgenommen und die Rallye beendet. Es wäre mir zwar lieber gewesen, wenn ich die Etappen alle hätte sauber zu Ende fahren können, aber die grosse Salatschüssel nahm ich dennoch gerne entgegen. Dass darauf noch „First Place“ steht, darüber muss ich manchmal schmunzeln. Ist ja einfach, den ersten Platz zu belegen, wenn man keine Konkurrenz hat.

Auf unserer nächtlichen Fahrt von Midelt nach Fez, wurden wir im mittleren Atlasgebirge nochmals vom Schnee eingeholt, konnten aber den Dacia Duster heil am Flughafen abstellen. Von seiner ursprünglichen Farbe schwarz war nicht mehr viel zu sehen.

Mit tausend Eindrücken kamen wir gut zuhause an. Der Arztbesuch und die Kontrolle meines Armes haben dann gezeigt, dass die Bizepssehne nicht abgerissen, sondern nur angerissen war. Mit der richtigen Therapie ist das aber nun auch schon wieder perfekt verheilt.

08. März 2018

Der Start in die Dünen des Erg Chebi war auf die übliche Zeit angesetzt. Nur die Startzeiten wurden wieder ein wenig durcheinander gewürfelt. Heute stand ein Kurs auf dem Programm, der wie ein grosses Rechteck aussah mit zweimaliger Querung der Dünen. Das Roadbook gab eigentlich keine Angaben an. Es galt vielmehr die Dünen im richtigen Winkel zu kreuzen, um nach der Querung möglichst genau auf die Sandstrasse zu treffen und dort zum Checkpoint zu kommen.

Wie schon gewohnt, drehte ich nach dem Start eine Ehrenrunde, um auf die richtige Spur zu kommen. Aber dann ging alles glatt. Der Sand war viel fester, als die „geschmolzene Butter“ vom anderen Tag. Trotzdem: Es musste so kommen. Ich grub mich ein. In etwa 100 Metern Entfernung lief ein Tuareg mit seinen Dromedare durch den Sand. Auf mein Rufen hin, kam er zu mir, half mir den Quad wieder auszugraben, und es konnte weiter gehen.

Erstaunlich, was man in so einer Wüste plötzlich alles sehen kann. Da war ein kleiner, runder und niedrig gemauerter Kreis. Ein Brunnen! Ich behielt die Linie auf dem GPS im Auge und suchte mir meinen Weg durch den grossen Sandhaufen. Wieder ein Brunnen! Es gab ein paar Spuren von Fahrzeugen, die vor mir hier durchgekommen waren. Einige Spuren verhiessen nichts Gutes! Inzwischen wusste ich ja, dass ich mich auf meine Navigation verlassen konnte, also konnte ich mir auch gut meinen Weg selber suchen und musste den Spuren nicht folgen. Ich erhöhte mein Tempo. Sogar ein kleiner Sprung gelang mir hervorragend. Die Sache begann mir Spass zu machen. Dort, wo er spärliche Vegetation gab, war der Untergrund ja schon fast „betoniert“ und fest.

Hochkonzentriert nahm ich Anlauf für einen Dünenkamm und fuhr mich fest. Als ich auf die Düne kletterte sah ich, dass ich nur noch etwa 500 m Luftlinie von der Sandstrasse in der Fläche entfernt war. Innerlich habe ich alle hässlichen Wörter verwendet, die ich kannte, äusserlich blieb ich ruhig. Ausgraben ging nicht, aber der Quad stand so günstig, dass er die Düne rückwärts runterrollen könnte. Also habe ich erstmal den Gang rausgenommen und mich in den Sand gesetzt. Mit den Stiefeln am Frontbumper wollte ich ihn die Düne runterrollen lassen. Ich stiess mit aller Kraft, aber mein lieber Quad blieb stur stehen. Auch mit aller Wut im Bauch, der Quad liess sich nicht bewegen.

Also setzte ich mich auf die Düne und schaute mir die Gegend an. Da kam doch tatsächlich wieder ein Turban. Und ein, nein mehrere Dromedare. Und obendrauf noch Touristen! Ha, eine ganze Heerschar von Helfern! Und so kam ich wieder auf die Spur. Ich traf die Sandstrasse perfekt, meine Navigation hatte vortrefflich gestimmt. Bis zum Checkpoint hatte ich aber nun genug Zeit mal über das Ganze nachzudenken. Macht es Sinn, die Dünen nochmals zu queren? Macht es Sinn, immer auf Tuaregs zu hoffen oder gar auf Touristen, die mir helfen, mich auszubuddeln? Wie oft hat man dieses Glück? Am Checkpoint hatte ich meinen Entschluss gefasst: Ich liess meine Zeitkarte unterschreiben und informierte die Organisation, dass ich nun in einem grossen Bogen um das Erg Chebbi herum wieder nach Merzouga zurückfahre, auf der Sandstrasse.

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Vernünftige Entscheidungen und gute Erkenntnisse

Ich hatte ja nun noch genug Zeit auf dem Rückweg mit meiner Analyse weiterzumachen. Trotz aller Vorbereitungen und Trainings werde ich es nie schaffen, mich mit meinem Quad, so wie ich jetzt ausgerüstet bin, die Dünen ohne Probleme zu bewältigen. Auch mein sturer Kopf und meine Willenskraft reichen da nicht aus. Ich werde auch die nötigen 15 cm Körpergrösse nicht mehr wachsen, die mir fehlen, um meinen Quad herauszuheben. Meinen Traum, das Africa Eco Race zu fahren, muss ich den nun beerdigen? Soll ich den Rallyesport nun an den Nagel hängen? Zusammen mit jemanden fahren, das wäre gut. Aber finde ich jemanden? Ich habe in den letzten Jahren niemanden getroffen, der mit mir fahren würde. Wie soll es denn nun weitergehen? Auf jeden Fall wollte ich nun erstmal die Rallye noch zu Ende fahren. Ich war zeitlich weit hinter dem ersten Quadpiloten zurück. Es war Clemens Eicker. Mit seiner 1300er-Maschine hatte er mich bereits mehrere Stunden abgehängt.

09. März 2018

Das Roadbook für den nächsten Tag hatte ich ja bereits vorbereitet und studiert. Also kam es auf eine Stunde Strafzeit mehr oder weniger nicht mehr an. Der erste Teil der Strecke führte wieder in die Dünen. Ich wollte diesen Teil auslassen und mich am Check Point für den zweiten Teil der Etappe anmelden. Natürlich fuhr ich zum Start. Die Startzeiten waren wieder durcheinander gekommen. Über die Verbindungsstrasse fuhr ich dann hinter dem inzwischen total orangenem Dacia Duster mit Bruno am Steuer zum Check Point und von dort weiter ins Desert Camp.

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10. März 2018

Der letzte Tag der Rallye führte über Teile der Etappe des ersten Tages. Mein Arm war zwar wieder einigermassen fit, aber die Organisation bat mich, nicht in den ersten Teil der Spezialetappe zu fahren. Sie hätten in dem Gelände keine Möglichkeiten mich oder meinen Quad zu bergen. Mir war es inzwischen wichtiger, die Rallye heil zu beenden, als noch irgendetwas  zu riskieren. Also folgte ich den Anweisungen. Wenn ich nun die Ziellinie erreichen würde, wäre ich Finisher der Rallye, was vielen nicht gelingen würde. Im Klassement war ich schon lange nicht mehr auf dem letzten Platz. Alleine schon die Tatsache, dass ich noch fahren konnte, hatte mich im Klassement nach vorne gebracht. Ankommen war wichtig! Petit Frère nahm mit mir zusammen in gewohnter verlässlicher Art die Kilometer unter die Räder. Ich genoss die Fahrt, wie ich jede Fahrt auf dem Quad geniesse.

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Im Hotel Taddart in Midelt war die Ziellinie. Diese zu überfahren habe ich geschafft. In den 20 Jahren, in denen die Tuareg-Rallye organisiert wird, hat es noch nie eine Frau in der Kategorie Quads gegeben, also auch noch keine, die die Rallye beendet hat.

Dieses Jahr war vorgesehen, auch die beste Frau in der Kategorie Quads mit einem Preis auszuzeichnen. Ich bekam die grosse „Salatschüssel“. Zum Schluss bin ich auf dem 7. Rang gelandet. Wenn ich mir auch die Rallye ein wenig anders vorgestellt hatte und mir viel mehr vorgenommen hatte, ist es doch eine Leistung.

Gleich nach der Siegesfeier fuhren wir mitten in der Nacht von Midelt nach Fez zum Flughafen. Die 3 1/2 Stunden Fahrzeit waren „unterhaltsam“. Hatten wir doch zum Abschied noch Schneetreiben im Gebirge des Mittleren Atlas, Regen und starken Wind. Den Dacia Duster liessen wir am Flughafen stehen in einem so schmutzigen Zustand, dass wir dachten, dass wir bestimmt nachträglich noch eine Rechnung vom Autoverleih bekommen würden.

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Wie geht es weiter?

Selbstverständlich möchte ich mit meinem Quad „Petit Frère“ nach Dakar. Die Erkenntnisse und Erfahrungen dieser Rallye zeigen mir, dass ich in den Dünen ernsthaft in Schwierigkeiten komme, wenn ich mich eingrabe und alleine unterwegs bin. Beim Africa Eco Race gibt es zwei Kategorien. Die „Groben“ und eine Kategorie Rallye Raid. In dieser Kategorie gibt es viel kürzere Spezialetappe, die in einer Gruppe gefahren werden. Das ist für mich die einzige Chance, das Africa Eco Race zu bestreiten. Ich kläre nun alle Details ab und begebe mich auf die Suche nach einem Service-Team für diese Rallye.

Ich halte Euch natürlich auf dem Laufenden!

Merzouga

Hinter dem Ort Merzouga türmen sich die Dünen des Erg Chebi. Beeindruckend! Auch die Farbe, ein sattes Orange. In Merzouga blieben wir 4 Nächte. Rund um diese eindrucksvolle Kulisse herum, fanden die nächsten Etappen statt. Das Hotel Tuareg war die Bilderbuch-Architektur von Marokko. Im Innenhof des Hotels gab es endlich mal wieder etwas Grün, einen Swimmingpool und vor allem was auffiel, das Zwitschern der Vögel war zu hören. Das Zimmer war wirklich grosszügig, angenehm kühl und das Badezimmer … endlich mal wieder duschen! Inzwischen hatten die Temperaturen sich in den oberen Bereich von 30 Grad verschoben. Tagsüber war es heiss und nachts kühlte es auf „Faserpelzbenutzung“ ab.

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Unser Service-Team hatte direkt beim Hotel seinen Standort. Auch viele andere Teams waren hier bereits eingerichtet, als wir angekommen sind. Als ich dann beim Team eintraf, erreichte mich eine schreckliche Nachricht. Jarek war mit dem Quad verunfallt und mit dem Helikopter ins nächstgelegene Spital geflogen worden. Man mutmasste zu dem Zeitpunkt, dass er einen mehrfachen Beckenbruch hätte und evtl. auch eine Schädelverletzung. Wenn man als Fahrer etwas nicht hören will, dann ist es, dass ein anderer Fahrer sich schwer verletzt hat. Sein Quad sah übel aus! Ein Fotograf hatte zufälligerweise an der Unfallstelle gestanden und eine Serie von Fotos geschossen. Ich verzichtete darauf, diese anzuschauen.

Der Bayern-Truck

Stattdessen gingen Bruno und ich zum Bayern-Truck. Der Bayern-Truck mit seiner unverkennbaren Fahne zog hinter sich einen Anhänger her, auf dem das Trinkwasser in Flaschen für den ganzen Rallye-Tross mitgeführt wurde. Aber nicht nur das. Brigitte, die gute Seele des Teams hatte auf dem Truck ihre mobile Küche. Sie macht die besten Schinken-Spiegelei-Brote, die ich je gegessen habe. Und Hunger hatte ich schon ein wenig. Sobald der Truck richtig eingeparkt war, ging jeweils die Küche auf und niemand musste hungrig bleiben. Brigitte verköstigte nicht nur Teammitglieder.

Das Abendessen im Hotel hatte die gleichen Gerichte auf der Speisekarte, wie das, was wir die letzten 6 Tage schon gegessen hatten. Langsam aber sicher ging mir Tangine, ein Eintopf, Hühnchen und Reis auf die Nerven. Salate und ungekochte Speisen zu essen, davon rät jeder Arzt ab. Zum Glück entdeckten wir noch die Bananen!

Das Briefing nach dem Abendessen brachte keine Änderungen für das Roadbook aber Jarek war nicht der einzige gewesen, der von der Helikoptercrew ins Spital geflogen werden musste. Die Organisation machte uns darauf aufmerksam, dass jeder Pilot unbedingt seinen Reisepass dabei haben müsse. Der Flughafen von Errachidia ist international und verletzt oder nicht, zuerst musste man durch die Passkontrolle, dann durch die Polizeikontrolle und erst dann durfte man ins Spital.

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06. März 2018

Nach einer erholsamen Nacht und einem Frühstück am Service-Truck ging es an den Start der dritten Etappe. Aufgereiht standen wir 30 Minuten vor der Startzeit an einer Linie. Heute sollte es einen Le Mans Start geben. Das heisst: Die verbliebenen Quads und Autos standen nebeneinander, die Piloten in und auf den Maschinen. Als die grosse Flagge auf der Düne geschwenkt wurde, durften die Motoren gestartet werden und los ging‘s!

Ich hatte vor dem Start ein komisches Gefühl in der Magengegend. Die ersten richtigen Dünen, die auch noch weich waren wie geschmolzene Butter. Meine Taktik sollte mir da helfen. Ich liess erst einmal alle los fahren, um dann zu sehen, wo sich die ersten versenkten, um NICHT dort entlang zu fahren. Das ging auch gut auf. Die ersten Dünen nahm mich mit Bravour. Unter meinem Helm zeichnete sich ein Lächeln ab und ich genoss die Fahrt. Immer schön am Gas bleiben, Gelände lesen, Dünen lesen, so sollte es doch aufgehen.

Bis mich dann ein kleiner Sandhaufen verschluckte. Also runter von der Maschine! Meine Absicht war es, den Quad am hinteren Bügel, wo auch meine Werkzeugtasche draufgeschnallt war aus der Federung zu heben und seitlich neben die Spur zu heben. Ja, das geht, wenn man etwa 1.75 Meter gross ist. Ich bekam Petit Frère bis aus der Federung heraus, aber nicht neben die Spur geschoben. Plan B war, am Frontbumper zu ziehen. Ich zog. Mein Arm machte ein komisches Geräusch und der Quad blieb versenkt. Schmerz lass nach! Auf einer benachbarten Düne stand ein Fotograf. Ich rief ihn zu mir, damit er mir helfen könne, aber er winkte ab. Erst mein etwas eindringlicheres Rufen liess ihn dazu bewegen, mir schnell zu helfen. Mein rechter Arm hing irgendwie nur herunter. Also nahm ich mir ein paar Minuten Zeit. Das wird schon wieder, dachte ich. Und tatsächlich konnte ich wieder aufsteigen, Motor starten und weiter.

Nun wollte ich intelligenter fahren, aber ich scheiterte nach ein paar hundert Metern wieder an einer Düne. Nun war ich bis zum Nummernschild im weichen Sand eingebombt. Mein Arm taugte auch nicht mehr zum Ziehen oder Graben. Nach längerer Überlegung entschied ich mich, das Satelliten-Telefon herauszuholen und die medizinische Unterstützung der Organisation anzurufen und gleich darauf auch Bruno. Wie aus dem Nichts stand neben mir ein Tuareg, barfuss im Sand. Er konnte gut Englisch und wartete neben mir, bis die Ärzte mit dem 4x4 über die Dünen kamen. Die Diagnose verhiess nichts Gutes. Ich hätte mir sehr wahrscheinlich die Bizeps-Sehne abgerissen oder wenigstens angerissen. Für mich sei die Rallye gelaufen. Das konnte nicht sein!

Sie brachten mich und meinen Quad zurück zum Start. Bruno war bereits wieder dort. Nun stand da ein Dacia Duster und ein einsamer Petit Frère und ein Sandsturm zog auf. Vom Team war telefonisch niemand zu erreichen. Auf keinen Fall wollte ich meinen Quad dort alleine stehen lassen und mit Bruno im Auto die 40 km bis nach Merzouga zurückfahren. Also bat ich ihn, mir wieder in die Jacke zu helfen und Helm und Crossbrille aufzusetzen. Ich wollte auf meinem Quad warten, bis er mit einem Mechaniker zurückkommt, der dann meine Maschine fährt.

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 Frühzeitiger Feierabend

TR27Zurück im Biwak wurde dann erstmal mein Arm von Ines mit kühlender Salbe behandelt. Sie ist Krankenschwester und machte mir Hoffnung, dass die Sehne nicht abgerissen sei, sicherlich angerissen und ganz bestimmt gezerrt. Ich hielt mich nun strikt an die Anweisungen der Ärzte. Ich schluckte meine Medizin und legte den Arm in eine Schlinge. Meine Laune war nicht die beste. Am Abend holte ich mir noch eine Zweitmeinung ein vom Unfallchirurgen, der wieder einen langen Tag hatte. Nein, die Sehne sei nicht abgerissen. Ich solle den Arm am nächsten Tag noch schonen, fleissig kühlen und Schmerz- bzw. entzündungshemmende Mittel einnehmen.

Im Reglement der Tuareg Rallye steht, dass man einen Tag am Rennen aussetzen kann. Man bekommt eine Strafzeit, wird aber nicht disqualifiziert. Das beruhigte mich, denn ich wollte einfach mal eine Nacht und einen Tag abwarten, wie das mit meinem Arm so weitergeht.

  07. März 2018

Am nächsten Tag standen wir wie immer um 06.00 h auf und gingen zum Frühstück, auch wenn ich wusste, dass ich heute nicht starten würde. Wichtig ist, dass man an einer Rallye die Routine nicht vernachlässigt. Nach dem Frühstück wollte ich unbedingt ein positives Erlebnis haben, also fuhren Bruno und ich in den kleinen Ort Merzouga, um uns dort ein wenig umzusehen. Bei der Gelegenheit bekam ich auch meinen Tuareg-Turban. Wenn man nun denkt, dass so viel Tuch um den Kopf bei der Hitze noch grössere Wärme verursacht, der irrt sich gewaltig. Das leichte Baumwolltuch kühlt angenehm.

Zurück im Biwak besuchten wir den Bayern-Truck und seine Leute. Die Kategorie Autos Challenge hatte an diesem Tag Pause. Als die Leute dort meinen Turban sahen, musste Bruno mit Luise gleich nochmals los ins Dorf, um noch mehr Turbane zu kaufen.

Meinem Arm ging es besser. Ich handelte mit Bruno einen Deal aus. Wenn ich es schaffe, mich alleine anzuziehen und eine Proberunde mit dem Quad zu fahren, darf ich daran denken, am nächsten Tag wieder zu starten. Ich konnte es kaum erwarten, bis es am Nachmittag ein wenig kühler wurde. Zuerst machte ich mich daran, das Roadbook vorzubereiten. Und weil es ja eh nie Änderungen im Roadbook gab, nahm ich mir die drei restlichen Rollen auch vor. Als es dann darum ging, dass ich mich alleine komplett einkleiden musste, half mir dann Bruno doch ein wenig. Mit dem Quad brauchte ich nur die Hauptstrasse zu queren, um dann im Gelände eine Probefahrt zu machen. Es ging. Ich wusste zwar, dass eine grosse Kraftanstrengung nicht möglich sein würde, aber ich konnte fahren.

Für das Abendessen hatten wir uns beim Bayern-Truck eingeschrieben. Es gab Zwiebelrostbraten und selbstgemachte Spätzle. Ich verschlang meine Portion! Und das hat auch noch so gut geschmeckt! So gestärkt würde der nächste Tag bestimmt erfolgreich werden.

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05. März 2018

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Der Start war gleich hinter dem Desert Camp. Am Start muss man 30 Minuten vor der eigenen Startzeit sein, sonst gibt es Strafminuten aufgebrummt. Natürlich war ich rechtzeitig dort. Doch meine Startzeit wurde dann nach vorne geschoben, weil sich Sam, ein Quad-Fahrer aus unserem Team schon aus dem Rennen zurückgezogen hatte.

Gleich nach dem Start hatte ich wieder ein Problem mit dem Roadbook. Wo, verdammt nochmal, war der Einstieg in die ersten kleinen Dünen? Also drehte ich einen Kreis und fuhr dann hinter einem Auto her, welches zielstrebig seinen Weg nahm. Nun, man soll nicht anderen hinterherfahren, aber irgendwie schaffte ich es nicht, den Einstieg auf die Strecke zu finden nach dem Start. Die ersten Sandberge nahm ich mit Bravour, um dann danach auf einer anthrazit-grauen Fläche zu gelangen. An einem Wirrwarr von Spuren war dann auch bei mir der Navigationsfaden gerissen. Also, wo musste ich genau nochmal hin? Zu meiner Freude kam mir ein Side-by-Side entgegen. Und die Crew hielt auch an. Aber nur, um mir mitzuteilen, dass sie sich auch verfahren hätten. Schnell wurde klar, dass Fahrer und Navigator keinen Plan hatten, wie es weiter gehen sollte.

Das GPS, welches wir alle auf unseren Fahrzeugen montiert hatten, war Wochen zuvor schon mit einer Liste von Waypoints und deren Koordinaten gefüttert worden. Diese Waypoints waren auch im Road-Book vermerkt. Nur leider gibt das GPS keine Strassen und Wege an, sondern nur eine direkte Linie vom Standpunkt zum nächsten Waypoint, wenn man weiss, wie man das Ding bedienen muss. Weil ich mich ja eh schon verfahren hatte, konnte ich mir auch die Zeit nehmen, jetzt die direkte Linie anzeigen zu lassen. Somit hatte ich die Richtung und den nächsten Punkt, wohin ich fahren musste.

In den Briefings war uns gesagt worden, dass irgendwo ein versteckter Punkt sein könnte, an dem Leute der Organisation stehen. Dann muss man dort anhalten und seine Zeitkarte unterschreiben lassen als Beweis, dass man dort vorbeigefahren war. Wenn man sich an diesem Punkt nicht registrieren lässt, bekommt man Strafzeiten aufgebrummt. Sowohl dem Fahrer des Side-by-Side’s wie auch mir war es egal, ob wir nun einen solchen Punkt verpassten. Nun hatte ich zweitweise einen Side-by-Side im Schlepptau. Nach erfolgreichem Wiedereinfädeln in die Navigation haben wir uns voneinander verabschiedet und sie liessen mich in ihrer Staubwolke zurück. Eine Strafzeit haben wir nicht bekommen. Im Gegensatz zur Rallye Desafio Ruta 40 wurde am Abend das GPS nicht ausgelesen um zu kontrollieren, ob man alle Waypoints angefahren hatte. Es zählte die Zeitkarte, die jeweils unterschrieben wurde an den Check Points.

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Der erste Tuareg

Meine erste Begegnung mit Kamelen, bzw. Dromedaren, war auf einer langen graden Schotterpiste. Die Gruppe kreuzte meinen Weg, gemütlich, selbstsicher und ohne Panik. Begleitet wurden sie von einem Tuareg. Dieses Bild hat sich mir eingeprägt. Vielleicht sind die Tuaregs die besten Navigatoren. Dieses Volk lebt nicht nur in der Wüste, sondern mit der Wüste. Für sie gelten Landesgrenzen nicht und sie haben eine eigene Religion. Ob ich noch mehr Tuaregs sehen werde?

Inzwischen näherten sich mir von hinten Motorradfahrer. Also war ich richtig auf der Spur. Was dann geschah, gab mir Rätsel auf. Ich navigierte nach Roadbook, ICO und meinem Kompass, doch die ersten Motorradfahrer fuhren diagonal zum vorgegebenen Kurs. Kürzen die etwa ab? Woher wissen die das? Einen kurzen Moment habe ich mir überlegt, einfach deren Richtung zu folgen. Aber dann musste ich einsehen, dass das keine gute Idee ist. Viele Teilnehmer der Rallye kennen das Gelände von vorherigen Veranstaltungen oder von Touren. Ich nicht. Wenn ich nun versuche hinter denen herzufahren, dann kann es leicht sein, dass sie mich abhängen und ich mich dann verfahre. Und der Untergrund lässt es nicht zu, eindeutige Spuren zu finden. Also entschloss ich mich, weiter nach meiner Navigation zu fahren und halt ein wenig später an den Checkpoint zu kommen.

Die Sahara ist reich an Funden von Fossilien. So kam ich dann an einem grossen Haus vorbei, in dem Fossilien verkauft werden und ein wenig später an einem Café Sahara. Aus diesem felsigen Gebiet heraus ging es über eine ziemlich anspruchsvolle Geröllstrecke auf die grosse Fläche und zum Checkpoint. Der am Rande parkierte Dacia duster zeige mir, dass Bruno schon auf mich wartete. Nun hatte ich Zeit zum Tanken im nächsten Ort.

Der erste Defekt

Auf Asphalt habe ich dann gemerkt, dass Petit Frère nach links zieht. Der linke hintere Reifen hatte einen Schaden. Wo das Loch war konnte ich gut erkennen, denn der grüne Slim, den ich vorher in die Reifen gefüllt hatte, war hier herausgesprüht. Nun kam mein Bordwerkzeug zum Zug und das Loch war mit Hilfe von Bruno sehr schnell wieder gestopft. Da waren die Reifen von Clemens und Ben doch wirklich mehr in Mitleidenschaft gezogen worden. Sie hatten den Service-Truck zur Tankstelle geordert, denn dort mussten dann gleich die gesamten Reifen gewechselt werden.

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Weil ich mich gleich anfangs der Spezialetappe verfahren hatte und mit grossem Zeitverlust zum Check-Point gekommen bin, nahm ich die Zeitstrafe in Kauf dafür, dass ich nun direkt nach Merzouga geschickt wurde zum Ziel. Also ging es über Asphalt zum Hotel Tuareg.

Hunderter Club

100er - Club

Service Team AER 2019

eao rally racing team

Africa Eco Race 2019

africaecorace

Meine nächsten Ziele

angelica weiss desafio